Garne Journale
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mit
Sarah Wiener
Stricktipp - Ärmel annähen

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Perfekte Nähte
Nur saubere, fast unsichtbare Nähte vollenden Ihr Strickstück perfekt! Für das Annähen gerader Ärmel ist der Matratzenstich die beste Methode. Verwenden Sie zum Zusammennähen eine dicke Sticknadel ohne Spitze, um beim Einstechen das Garn nicht zu spalten. Wenn möglich, sollten Sie die Teile mit dem Originalgarn zusammennähen, mit dem Sie gestrickt haben. Docht- und Noppengarne oder auch zu dicke Garne können Sie durch dünnere, glatte, farblich passende Wolle oder Baumwolle (je nach Strickstück) ersetzten. Nähgarn ist trotz seines Namens für diese Art von Nähten nicht geeignet, weil es nicht elastisch ist.

Und so geht's
Der Matratzenstich wird grundsätzlich von der Außenseite her ausgeführt. Schließen Sie zunächst die Schulternaht im Maschenstich, und markieren Sie die Mitte des Ärmels mit einer Sicherheitsnadel oder einem kontrastfarbenem Faden. Alle übrigen Nähte werden erst später geschlossen. Legen Sie die Strickteile mit der rechten Seite nach oben so nebeneinander, dass die Schulternaht der Ärmelmitte genau gegenüber liegt. Beginnen Sie nun die Naht an der Schulternaht, und verbinden Sie den Querfaden zwischen der Randmasche und der letzten Masche vor der Schulternaht mit der mittleren Masche des Ärmels bei einer ungeraden Maschenzahl, bzw. mit den beiden mittleren Maschenhälften bei einer geraden Maschenzahl. Dann fassen Sie den Querfaden zwischen der Randmasche und der ersten Masche hinter der Schulternaht auf und ziehen den Faden fest an. Die Mitte des Ärmels trifft nun exakt auf die Schulternaht. Lassen Sie die eine Hälfte des Nähfadens dort ruhen und schließen Sie die Naht mit der anderen Hälfte.

Das weitere Vorgehen hängt wesentlich von der Maschenprobe ab. In unserem Beispiel beträgt die Maschenprobe 16 Maschen und 24 Reihen. Dies ist ein Verhältnis von 2 Maschen zu 3 Reihen. Um eine glatte Naht zu erhalten, in der weder die eine noch die andere Seite zu sehr gespannt ist, müssen Sie also 2 Maschen auf 3 Reihen verteilen.

1. Verbinden Sie den Querfaden von Vorder- bzw. Rückenteil mit der ersten Hälfte einer Masche des Ärmels unterhalb des Abkettrandes. 2. Verbinden Sie den folgenden Querfaden mit der zweiten Hälfte der Masche des Ärmels. 3. Verbinden Sie nun den folgenden Querfaden mit der folgenden ganzen Masche des Ärmels.

 

Diese Arbeitsschritte immer wiederholen und nach jeweils ca. 2 bis 3 cm Naht den Faden fest anziehen. Das Ergebnis ist eine saubere und elastische Naht.

Wenn Sie an der Ärmelecke angelangt sind, drehen Sie die Arbeit um 180 Grad und schließen die zweite Hälfte der Naht entsprechend.

Variationen
Gibt Ihre Maschenprobe ein anderes Verhältnis von Maschen zu Reihen vor, verändert sich auch der Rhythmus der Naht. Ein weiteres häufiges Verhältnis sind 3 Maschen zu 4 Reihen (z.B. bei einer Maschenprobe von 21 Maschen und 28 Reihen). Hier verbinden Sie immer einen Querfaden abwechselnd mit einer halben und einer ganzen Masche. Einer ganzen Masche entsprechen dabei zwei Hälften zweier benachbarter Maschen, entscheidend ist die Anzahl der Maschenhälften.
Auf diese Weise können Sie auch problemlos unterschiedliche Grundmuster oder Garnstärken zusammen nähen. Vergleichen Sie immer die Maschenzahl des Ärmels und die Reihenzahl des Vorder- und Rückenteils, die Sie für 10 cm benötigen, ermitteln Sie das ungefähre Verhältnis der beiden zueinander, und legen Sie den Rhythmus fest. Es lässt sich für jedes Verhältnis ein Rhythmus finden. Eine Kombination der beiden vorgestellten Möglichkeiten (2mal 1 halbe M, 1 ganze M, 1 halbe M, 1 ganze M, immer wiederholen) entspricht einem Verhältnis von 7 Maschen zu 10 Reihen.
Ein wenig Kopfarbeit vorab kommt der Perfektion der Naht zu Gute. Aber übertreiben Sie es nicht, ein kleines Maß an Improvisation ist immer erlaubt!

Noch ein Tipp
Damit die Naht ganz flach wird, empfiehlt es sich, die Schulter- und Ärmelnaht noch einmal kurz zu spannen und anzufeuchten.